Dr. Judith Mangelsdorf zum 7. IPPA-Kongress

1. Frage

 

Du hast im Juli am 7. Kongress der International Positive Psychologie Association, kurz IPPA, teilgenommen. Worin besteht die Zielstellung dieses Zusammenschlusses, der weltweit aktiv ist?

 

Die IPPA ist die größte Vereinigung von Forschenden und Praktiker:innen der Positiven Psychologie weltweit. Damit verbindet sie nicht nur auf der ganzen Welt Menschen, die sich mit der Positiven Psychologie befassen, sondern ermöglicht auch internationalen Austausch über die neuesten Entwicklungen in Forschung und Anwendung.

 

2. Frage:

Der Kongress wurde ja dieses Mal online durchgeführt. Du warst ja schon auf den vergangenen IPPA-Kongressen. Hat sich das Online-Format negativ auf die Atmosphäre ausgewirkt oder spielte das keine Rolle?

Dort wo viele Menschen zusammenkommen und ihre Ideen teilen, wie man zum Wohle anderer und einer besseren Welt beitragen kann, herrscht nach meiner Erfahrung immer eine tolle Atmosphäre. Es gab viele spannende Beiträge und kreative Wege sich zu vernetzen. Natürlich war es nicht möglich mit den Forschungskollegen aus Übersee einen Kaffee zu trinken oder abends mit den ehemaligen amerikanischen Kommilitonen noch bis in die Nacht zu erzählen. Dafür konnten aber durch das digitale Format viele dabei sein, die sich die Teilnahme mit großer Reise nicht hätten leisten können.

3. Frage:

Wie haben die Teilnehmer des Kongresses die Zukunft der Positiven Psychologie eingeschätzt? Welche Themen sollen noch stärker als bisher in den Mittelpunkt der PP gestellt werden?

Für mich war es bemerkenswert zu erleben, dass wir eine deutliche Verschiebung der Schwerpunkte des Faches erleben. Ging es bis vor Kurzem noch primär um die rein individualpsychologische Perspektive auf Glück und Wohlbefinden, nehmen jetzt soziologische, systemische und gesellschaftliche Themen einen immer größeren Raum ein. Mehr und mehr wird die Frage gestellt, was nicht nur der Einzelne für ein gutes Leben tun kann, sondern welche Strukturen es in Unternehmen oder auch innerhalb einer Gesellschaft braucht, um mehr des guten Lebens für alle zu ermöglichen.

7. Weltkongress für Positive Psychologie vom 15.7. bis 17.7.2021 in Vancouver, Kanada

Thema des diesjährigen Kongresses der International Positive Psychology Association (IPPA) ist das „Wohlergehen für alle“. Es geht darum, Wohlbefinden nicht nur auf der individuellen Ebene zu betrachten, sondern darüber hinauszugehen und in den Blick zu nehmen, was Wohlbefinden für alle bedeutet.

 

Dieser Ansatz hat zum Ziel, möglichst alle Stimmen und Perspektiven dazu zu erfassen, was es in unserer Zeit bedeutet, ein Leben zu führen, das es wert ist, gelebt zu werden. Führende Experten aus Theorie und Praxis aus der ganzen Welt werden ihre neuesten Erkenntnisse dazu vortragen, wie die Positive Psychologie ihren spezifischen Beitrag dazu leisten kann, neue Perspektiven für ein „Wohlbefinden für alle“ zu entwerfen und mit Leben zu erfüllen.

 

Es bedeutet, uns den vielen Herausforderungen wie Klimaveränderung, Umweltzerstörung und anderen zu stellen, mit denen unser heutiges Leben als globale Gemeinschaft konfrontiert ist und die das Wohlbefinden aller Menschen bedrohen.

 

Anmeldetermine, Preise und mehr Informationen finden Sie hier.

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