7 Wege zu einer glücklichen Familie

In einer glücklichen Familie wünscht sich jeder, dass sie möglichst lange hält. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Dazu muss jedes Familienmitglied entsprechend seinen Möglichkeiten aktiv beitragen.

 

1. Jedes Familienmitglied wird ernst genommen und als Persönlichkeit respektiert und geachtet.

 

In einer solchen Familie hat jedes Mitglied einen festen Platz und wird mit seinen Anliegen, Problemen und Sorgen ernst genommen. Die Eltern oder Alleinerziehende tragen eine besondere Verantwortung für das Wohl von Kindern, die sie bewusst wahrnehmen. Die Erwachsenen leben vor, was gut und richtig ist.

 

2. Die Familie hat ein gemeinsames Anliegen.

 

Über alles zu sprechen, was die Familienmitglieder bewegt, stärkt den Zusammenhalt. Gespräche in der Familie schaffen die Systeme, die die Probleme und Lösungen beschreiben. Besonders wertvoll ist es, wenn die Familienmitglieder eine gemeinsame Idee teilen und sich darüber regelmäßig austauschen. Eine solche "Idee" kann eine Religion, eine politische Überzeugung, ein soziales bzw. ökologisches Anliegen oder anderes sein.

 

3. Eine intensive Kommunikation kennzeichnet das Familienklima.

 

Viele Familien reagieren auf positive Neuigkeiten ihrer Mitglieder neutral oder passiv. Sie vergeben damit eine große Chance, das Selbstwertgefühl ihrer Tochter, des Sohnes oder der Nichte zu entwickeln und zu stärken. Jede positive Nachricht über schulische oder andere Erfolge verdient es, aufmerksam registriert und gewürdigt zu werden. Alle Familienmitglieder müssen sich bewusst sein, dass sie auch dann kommunizieren, wenn sie sich nicht ausdrücklich zu Wort melden. Wer sich z.B. zu einer besonderen Leistung eines Geschwisterteils nicht äußert, bekundet seine Mißachtung bzw. sein Desinteresse. Zum familiären Austausch gehört nicht zuletzt das Wissen, dass eine Kommunikation nicht zurück genommen werden kann. Wenn einem Familienmitglied gesagt wird, dass er zu dumm zu etwas ist, dann ist das in der Welt und kann nur schwer vergessen gemacht werden.

 

4. Die Stärken der Familienmitglieder werden gesucht und entwickelt.

 

Zur Festigung einer Familie trägt es bei, wenn sie sich dafür einsetzt, Stärken ihrer Mitglieder zu entwickeln und diese zu nutzen, um die familiären Beziehungen zu festigen. Dadurch werden alle Familienmitglieder im Wachstum unterstützt und ihr Wohlbefinden sowie Glücklichsein gefördert. An vorderer Stelle steht dabei, die Neugier der Kinder zu entwickeln und sie darin zu bestärken, neue Dinge und Wege auszuprobieren. Dazu zählt, immer wieder ermutigt zu werden, zu seinen Überzeugungen zu stehen und diese mutig zu verteidigen. Fairness kann in hohem Maße in der Familie erlernt werden. Das trifft auch auf Stärken wie Bescheidenheit, Dankbarkeit und Sinn für das Schöne im Leben zu.

 

5. Positive Emotionen werden geweckt und gepflegt.

 

Eine Familie braucht immer wieder positive Emotionen, um zu wachsen und sich zu festigen. Solche Emotionen entstehen, wenn wir untereinander unsere Dankbarkeit bekunden, freundlich zueinander sind, gemeinsame Erfolge erzielen und vieles mehr. In der Positiven Psychologie beschreibt die "Broaden-and-Build-Theory" zwei zentrale Funktionen, wozu positive Emotionen beitragen. Einmal erweitern sie das Denken und Verhalten einer Personen. Wenn wir positive Emotionen erleben, sind wir offener unserer Umwelt in kreativer Weise zu begegnen. Die zweite Stufe, das "Ausbauen", beschreibt die Erweiterung sozialer und intellektueller Fertigkeiten. Das trägt dann wieder zu einem zukünftigen Wachstum bei.

 

6. Es existiert ein effektives Herangehen an die Lösung von familiären Problemen.

 

Umfangreiche empirische Untersuchungen der Positiven Psychologie zeigen, dass es beim Auftreten von familiären Problemen effektiver ist, nicht eine sogenannte Vermeidungs- sondern eine Annäherungsorientierung zu verfolgen. Bei der Vermeidungsorientierung geht es darum, sich auf das konkrete Problem zu konzentrieren und dieses lösen zu wollen. Im Falle von  Spannungen zwischen einzelnen Familienmitgliedern hieße das beispielsweise, sich möglichst aus dem Weg zu gehen. Im Falle von schlechten schulischen Leistungen eines Kindes würde eine solche Orientierung darauf zielen, dem Kind mehr tägliche Übungsstunden zu verordnen. Die Annäherungsmotivation zielt im Gegensatz dazu darauf, einen gewünschten zukünftigen Zustand in den Mittelpunkt des Herangehens zu stellen. Dieser Zustand könnte im ersten Fall heißen, wärmere Familienbeziehungen durch mehr geeignete Begegnungen anzustreben. Beim lernendem Kind könnte das bedeuten, die Grundlagen für Freude am Lernen zu festigen. Neben gemeinsamen Lernformen mit anderen Kindern könnte dazu beitragen, dem Schulkind einen Hund oder etwas anderes heiß begehrtes in Aussicht zu stellen, wenn die schulischen Leistungen sich verbessern.

 

7. Rituale haben einen festen Platz im Leben der Familie.

 

Wichtig sind feste Familienrituale, wie gemeinsame Mahlzeiten und gemeinsamer Urlaub.. Der Genuss einer gemeinsamen Zeit als Familie setzt die Mitglieder in die Lage, weiter über die Erfahrung einer gemeinsamen Zeit nachzudenken. Sie erhöht die Chancen für zukünftige gemeinsame Aktionen.  Dabei ist zu beachten, dass mit Änderung des Alters der Kinder die Forderung nach Einhaltung bestimmter Rituale kontraproduktiv werden kann. Irgendwann wollen große Kinder Urlaub nicht mehr mit der Familie, sondern mit Freunden machen.

 

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G.M.

 

Quelle: 

 

Conoley, C. W., Plimb, E. W., Hawley, K. J., Spaventa-Vancil, K. Z., & Hernández, R. J. (2015). Integrating positive psychology into family therapy: Positive family therapy. The Counseling Psychologist, 43, 703-733.  

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