Beratung, Unternehmenswert und Positive Psychologie

Die Beratung entwickelt sich in Deutschland zu einem immer wichtigeren Wirtschaftszweig. Über 20.000 Beratungsunternehmen sind nach Auskunft des Bundes der Beratungsunternehmen (BDU) am Markt tätig und 120.000 Unternehmensberater machen ihre Arbeit.

Der Umsatz der Consultingbranche belief sich 2018 auf 33,8 Milliarden Euro. Gemessen an anderen Feldern der Volkswirtschaft wie beispielsweise Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (147,2 Milliarden € im Jahr 2017) oder Gastgewerbe (90,22 Milliarden € im Jahr 2017) hört sich das nicht überwältigend an.

 

In einem Zeitabschnitt, den einige Autoren als „kognitiv-kulturellen Kapitalismus“ bezeichnen, ist das aber bereits eine gewichtige Größe.

 

Während die traditionell organisierten Unternehmen ihre eigenen standardisierten Bedürfnisse nach preiswerten Rohstoffen, funktionierenden Verkehrswegen und verfügbaren Arbeitskräften hatten und haben, verschieben sich heute die Gewichte. Unternehmen der spätmodernen Ökonomie entwickeln zunehmende Bedürfnisse nach kognitiven Leistungen, die vom Marketing über Coaching bis zur Rechtsberatung reichen.

 

Das ist natürlich einmal dem Wettbewerb geschuldet. Wer sein Führungspersonal effektiv einsetzen kann und hochmotivierte Mitarbeiter hat, verschafft sich Vorteile im Wettbewerb, die sich in der Regel im Betriebsergebnis niederschlagen. Das ist das erklärte Ziel jeder Fach- und Prozessberatung, die erst einmal zeitlich begrenzt ist.

 

Zeitlich unbegrenzt sind die Weichenstellungen, die mit einer qualifizierten Beratung verbunden sind.

 

Jede innerbetriebliche Beherrschung von „positiver Führungstätigkeit“, einer hohen Resilienz der Mitarbeiter, von Achtsamkeit im Umgang miteinander über Ebenen der Führung hinweg und einer Kultur der Kreativität, um nur einige Schlagwörter zu nennen, erhöht den Wert des Unternehmens als Ganzes. Es kann flexibel auf aktuelle Herausforderungen reagieren sowie Geschäftschancen erkennen und ergreifen. Solche Grundlagen steigern zusätzlich die Fähigkeit eines Unternehmens, zukünftige Herausforderungen zu meistern.

 

Eine solche zielgerichtete immaterielle Wertsteigerung von Unternehmen planmäßig in den Blick zu nehmen und nicht nur als Nebenprodukt zu betrachten, wird ohne Zweifel eine Herausforderung für Unternehmensberatungen in der Zukunft werden. Perspektivisch wird sie auch über deren Wettbewerbsfähigkeit entscheiden.

 

Um dieser Herausforderung gerecht werden zu können, werden Unternehmensberatungen zukünftig stärker als bisher auch auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die der Positiven Psychologie, zurückgreifen müssen. Diese verfügt bereits heute über umfangreiche Erkenntnisse besonders auf dem Gebiet der Prozessberatung, die für die genannte Zielstellung unverzichtbar sind.

 

 

Quellen:

  • https://www.consulting-life.de/beratungsbranche-in-zahlen-10-top-fakten-fuer-jedes-bewerbungsgespraech-und-fast-jede-party/
  • Andreas Reckwitz, Das Ende der Illusionen, Suhrkamp Verlag 2019, Berlin

G.M.

 

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