Glück in der Gegenwart oder in der Zukunft?

In der Diskussionsrunde in Australien, die von ABC-Australien organisiert wurde, stellte Professor Seligman die Hypothese auf, dass die Menschen keine Geschöpfe der Vergangenheit sind. Er behauptete, dass wir in die Zukunft gezogen werden und dass unser Bewusstsein nicht darauf gerichtet ist, die Gegenwart zu begreifen, sondern Simulationen über die Zukunft zu entwerfen. Was man aktuell sagt, geschieht in hohem Maße mit dem Blick darauf, was das in der Zukunft für eine Wirkung hat. 

 

Prof. Seligman ist der Überzeugung, dass eine zentrale Funktion unseres Gehirns darin besteht, verschiedene Simulationen über die Zukunft durchzuspielen und unter ihnen eine Auswahl zu treffen. So gesehen beschäftigt sich unser Bewusstsein nicht mit der Vergangenheit und der Gegenwart, sondern mit der Zukunft, in die es hineingezogen wird.

 

Der Dalai Lama antwortete, dass wir nicht wissen, nur annehmen, dass unsere negative Emotionen ein Teil unseres Verstandes sind. Entweder hatte er die etwas schwierige Argumentationskette von Martin Seligman in Englisch nicht verstanden oder er wollte sich dazu nicht äußern.

 

Seine Position zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist weltbekannt und in vielen Spruchsammlungen zu finden: „Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist.“

 

Es ist unschwer zu bemerken, dass es sich hier um zwei konträre Standpunkte handelt.

 

Quellen:

 

https://www.abc.net.au/radionational/programs/allinthemind/dialogue-with-the-dalai-lama---part-3-of-3/3088336#transcript

 

https://www.geo.de/geolino/mensch/19302-rtkl-weisheiten-zitate-des-dalai-lama-die-inspirieren

 

G. M.

Bleiben Sie immer informiert! Das neuste aus der Welt der Positiven Psychologie: