Positive Beziehungen

 

Was macht ein wirklich erfülltes und glückliches Leben aus? Auf diese Frage gibt es viele Antworten, wie zum Beispiel Engagement und Freude am Beruf, Wissen um den eigenen Lebenssinn oder das Erreichen persönlicher Erfolge. Am entscheidendsten für wirklich dauerhaftes Glück hat sich allerdings ein anderer Aspekt unseres täglichen Lebens herausgestellt: das Leben und Gestalten positiver Beziehungen in Partnerschaft, Familie und Freundschaft.

Frühe Beziehungsforschung ging davon aus, dass ein Paar nur lernen müsse, konstruktiv miteinander streiten, um eine lange glückliche Beziehung führen zu können. John Gottmans Forschung zeigt, dass diese Annahme so nicht stimmt. Obwohl Paare, die gut miteinander streiten können, erfolgreichere Beziehungen führen als Paare ohne diese Fähigkeit, ist konstruktives Streiten allein kein Garant für langanhaltendes gemeinsames Glück. Als entscheidend hat sich herausgestellt, wie das Verhältnis zwischen negativen und positiven Interaktionen ist; mit anderen Worten, wie sehr beide Partner in das gemeinsame Glück investieren. Gottman fand heraus, dass langfristig glückliche Beziehungen ein Verhältnis von mindestens 1 zu 5 besitzen. Auf jede negative Reaktion, wie Kritik, nicht-Beachtung oder Streit kommen fünf Interaktionen, die durch Zuwendung, Wertschätzung, Mitgefühl, Freude, Interesse oder Zärtlichkeit gekennzeichnet sind. Um glückliche Beziehungen aufzubauen oder zu stärken, ist es deshalb nicht nur wichtig, einen guten Umgang mit Konflikten zu finden, sondern mindestens genauso bedeutsam, positive Begegnungen aktiv zu gestalten.

 

Die Beziehungsforscher Gable und Meisel konnten in jahrzehntelangen Untersuchungen zeigen, dass die Reaktion auf positive Lebensereignisse nicht nur voraussagt wie viel positive und negative Emotionen Menschen in einer Beziehung erleben, sondern auch wie viel Lebenszufriedenheit und Akzeptanz wir empfinden. Deshalb richten sich viele Interventionen der Positiven Psychologie darauf, ein gutes Miteinander und schöne gemeinsame Erlebnisse zwischen Menschen zu fördern.

Prof. Dr. Jennifer Crocker: Egosystem or Ecosystem? How to create belonging?

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