Was zählt beim Schenken?

Wenn Menschen Geschenke austauschen wird oft gesagt, dass die Gedanken und Absichten das Entscheidende sind. Diese allgemeine Weisheit legt nahe, dass die Wertschätzung und Dankbarkeit, die von dem Empfang eines Geschenkes ausgehen, höher als der materielle Wert eines Geschenkes zu veranschlagen sind.

 

Verschiedene Untersuchungsreihen machen deutlich, dass die Einschätzung von Schenkendem und Empfänger divergieren. Die Ursache dafür liegt darin, dass beide eine unterschiedliche Perspektive auf die Geschenkauswahl und den sich dann anschließenden Austausch haben.

 

Befragungen von Testpersonen demonstrieren, dass der Beschenkte kaum darüber nachdenkt, wieviel Gedanken sich möglicherweise der Schenkende gemacht hat, wenn Ersterem das Geschenk gefällt. Hier wird offensichtlich ein Auslöser benötigt, um diesen Prozess anzuschieben. Gefällt das Geschenk nicht, wird dazu im Gegensatz dieser „Nachdenkprozess“ in Gang gesetzt.

 

„Absicht und Gedanken“ zählen für den Empfänger nur dann, wenn er in geeigneter Form darauf verwiesen wird, wenn das Geschenk überreicht und bewertet wird. Geschieht das nicht, ist es einzig die Qualität des Geschenks (siehe weiter unten), die ins Gewicht fällt.

 

Für die Schenkenden stellt sich die Situation anders dar. Ihre verschiedenen Gedanken bei der Suche nach einem passenden Geschenk können ihre Beziehungen zu derjenigen Person, die beschenkt werden soll, festigen und ausbauen. Nach erfolgreicher Suche kann sogar ein gewisses Glücksgefühl entstehen.

 

Daraus ergeben sich eine Reihe von Schlussfolgerungen.

 

1. Es zählt, was der Beschenkte möchte

Schenkende sollten sich daran orientieren, was der zu Beschenkende möchte. Draufsetzen, dass er die vielen Gedanken würdigt, die man sich bei der langen Auswahl eines Geschenkes gemacht hat, kann zu Enttäuschungen führen. Es kann sogar bewirken, dass ein Geschenk ausgewählt wird, das vom Beschenkten als negativ empfunden wird.

 

2. Geschenke von einer Wunschliste kommen gut an

Die Recherchen haben auch gezeigt, dass Geschenke von einer Wunschliste besser aufgenommen werden als solche, auf die der Schenkende vielleicht viele Gedanken verwendet hat.

 

3. Geschenke von guter Qualität sind willkommen

Wenn man etwas schenken will, das entsprechend geschätzt wird, sollte man ein Geschenk von guter Qualität aussuchen. Gute Qualität kann Werthaltigkeit sein. Für viele zählt darunter aber auch ein solides Aussehen und gutes Material. Das eine wie das das andere muss nicht teuer sein. Gute Qualität ist natürlich bei vielen Produkten wie Büchern, Videos, Tonträgern u.a. durch den Inhalt bestimmt.

 

Wenn man mit dem Geschenk einer Person näherkommen will, sollte man dagegen so viel Gedanken als möglich auf die Geschenkauswahl verwenden. Man darf dann aber nicht enttäuscht sein, wenn der Beschenkte diese Gedankenfülle dann übersieht.

 

Quelle:

Yan Zhang and Nicholas Epley, Exaggerated, Mispredicted, and Misplaced: When “It’ the Thought That Count” in Gift Exchanges,

 

Journal of Experimental Psychology, 2012, Vol. 141, No. 4, 667-681,

https://faculty.chicagobooth.edu/nicholas.epley/ZhangEpleyJEPG2012.pdf

 

G.M.

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