Strategic Mindset - Strategische Denkhaltung

Viele Berufe erfordern heute Menschen, die neue Herausforderungen annehmen und herausfinden wollen, wie sie zu meistern sind. Wie bei jedem anspruchsvollen Ziel ist hier der Einsatz einer systematischen Strategie gefragt.

 

In einer Untersuchung aus dem vergangenem Monat stellen sich internationale Wissenschaftler der Positiven Psychologie die Frage, warum einige Menschen stärker als andere aus einer strategischen Sicht an die Lösung von Problemen herangehen und ob diese Fähigkeit trainiert werden kann. Um diesen qualitativen Unterschied zu fassen, führen sie den Begriff des „strategic mindset" ("strategische Denkhaltung“) ein.

 

Ausdruck dieser Denkhaltung sind Fragestellungen aus einer strategischen Sicht bei dem Herangehen an Problemstellungen. Dazu zählen u.a.“ Was kann ich tun, um mir selber zu helfen?“. „Wie kann ich es sonst noch machen?“ „Gibt es eine Möglichkeit, das Problem noch besser zu fassen?“

 

Für ihre Untersuchung haben die Forscher den Begriff des „strategic mindset" von Kategorien wie Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit, Entschlossenheit und "growth mindset" abgegrenzt.

 

Der Begriff des „strategic mindset" hilft, Abweichungen im menschlichen Gebrauch von metakognitiven Strategien bei der Problemlösung zu verdeutlichen. Es geht bei dieser Denkhaltung darum zu erfassen, wie jemand seine Denkabläufe plant, steuert und kontrolliert, um sie zu optimieren. Verkürzt könnte man sagen, dass es um das Denken über das eigene Denken geht.

 

Bisher ist noch nicht völlig klar, warum manche Menschen stärker als andere solche metakognitiven Strategien anwenden, wenn sie mit bestimmten Problemen konfrontiert sind.

 

In drei Studien konnten die folgenden Hypothesen bestätigt werden: 1. Das Vorhandensein eines „strategic mindset“ prognostiziert individuelle Unterschiede im Gebrauch metakognitiver Strategien bei der Verfolgung von Zielen. 2. Diese Haltung sagt indirekt die erfolgreiche Zielerreichung durch die Anwendung metakognitiver Strategien voraus. 3. Eine strategische Geisteshaltung kann trainiert werden, um Menschen anzuregen, metakognitive Strategien zu verwenden.

 

Zusammengenommen bestätigen die Studien den Ansatz, dass eine strategische Geisteshaltung eine generelle Tendenz ist, die zu mehr strategischem Verhalten in verschiedenen Lebensabschnitten führt. Solch ein strategisches Verhalten trägt wiederum zu mehr Erfolg bei der Verfolgung und Erreichung von Zielen bei.

 

Die empirischen Untersuchungen bestätigen auch die Hypothese, dass Menschen, die angeregt wurden, mit einer strategischen Geisteshaltung an Probleme heranzugehen, mehr metakognitive Strategien zur erfolgreichen Problemlösung anwenden.

 

Es kommt also darauf an, nicht nur eine strategische Geisteshaltung zu entwickeln und zu trainieren, sondern sich auch metakognitive Strategien anzueignen, um erfolgreich neuen Herausforderungen im Leben im Allgemeinen und im Beruf im Besonderen begegnen zu können.

 

Ein "strategic mindset" braucht solche Strategien, um auf die oben gestellten Fragen auch Antworten zu finden. Hier gibt es bereits Publikationen wie „Metakognition: Die neue Didaktik“ auf die wir in unserer Buchempfehlung gesondert eingehen.

 

Quelle:

 

Patricia Chen, Joseph T. Powers, Kruthika R. Katragadda, Geoffrey L. Cohen, Carol S. Dweck. A strategic mindset: An orientation toward strategic behavior during goal pursuitProceedings of the National Academy of Sciences, 2020; 202002529 DOI: 10.1073/pnas.2002529117

 

G.M.

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