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Existenzielle Ressourcenorientierung

Start Herbst 2027

Positive Psychologie für die psychotherapeutische Praxis

Warum existenzielle Ressourcenorientierung?

Wissenschaftlich fundiert und verfahrensübergreifend.

Entwickelt und geleitet von Prof. Dr. Judith Mangelsdorf an der DGPP.

 

Hinter jeder Diagnose steht ein ganzes Leben: mit Stärken, mit Erfahrungen, die tragen, und mit der Frage, wofür es sich lohnt. Die Positive Psychologie hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten erforscht, wie sich genau diese Ressourcen erschließen lassen. Die Grundlage dafür hat Corey Keyes gelegt: Psychische Erkrankung und psychische Gesundheit sind zwei voneinander unabhängige Dimensionen. Ein Mensch kann mitten in einer Depression über Ressourcen verfügen, die ihn tragen, und ein Mensch kann frei von jeder Diagnose leben und dennoch verkümmern. Psychotherapien, die neben der Linderung von Symptomen von Anfang an auch das Aufblühen ihrer Klient*innen in den Blick nehmen, sind nachweislich wirksamer und nachhaltiger. Klaus Grawe hat die Ressourcenaktivierung als einen der allgemeinen Wirkfaktoren jeder Psychotherapie beschrieben und ihr damit den Weg in die therapeutische Praxis bereitet.

 

Meist fragt Ressourcenorientierung dabei nach dem, was einem Menschen hilft, ein Problem zu bewältigen. Existenzielle Ressourcenorientierung führt diese Frage eine Ebene tiefer: zu den Ressourcen, die einen Menschen in seinem Kern ausmachen und die ihm in jeder Lebenslage zur Verfügung stehen, auch mitten in der Erkrankung. Die Antworten, die die Positive Psychologie dafür erarbeitet hat, sind überraschend konkret.

Sie betreffen Themen wie:

 

  • Positive Emotionalität: wie positive Emotionen den Blick weiten, Aufwärtsspiralen anstoßen und welche Wirkkraft sie in der therapeutischen Beziehung entfalten
     

  • Charakterstärken: wie sich die Ressourcen erschließen lassen, die jeder Mensch hat, die sich nie erschöpfen und immer zur Verfügung stehen
     

  • Selbstmitgefühl: wie Menschen sich selbst Verbündete werden und damit zu jedem Zeitpunkt einen Freund an ihrer Seite haben
     

  • Lebenssinn: wie Sinn im therapeutischen Gespräch erkundet wird und was Sinnerfüllung von Sinnkrise und existenzieller Indifferenz unterscheidet
     

  • Lebensgestaltung: wie aus Gewahrsein Zuversicht und aus Zuversicht Handeln wird

 

Wer existenzielle Ressourcenorientierung lernt, erwirbt eine zweite Brille neben ICD und DSM und ein Handwerkszeug, das sich vom ersten Gespräch an in verhaltenstherapeutischer, tiefenpsychologischer, systemischer und humanistischer Arbeit einsetzen lässt, in der eigenen Praxis ebenso wie in der Klinik.

Infoabend existenzielle Ressourcenorientierung

  INFOVERANSTALTUNG  

Digitale Infoveranstaltung

Datum:

27.11.2026

17:00 – 18:30 Uhr

Uhrzeit:

Anmeldung Eventbrite:

 →

Investition:

kostenlos

Termine und Anmeldung

Existenzielle Ressourcenorientierung, Durchgang Herbst 2027

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Modul 1: 26. – 27.08.2027, Präsenz im Institut, Am Treptower Park 17, 12435 Berlin
Modul 2: 01.10.2027, digital
Modul 3: 05.11.2027, digital
Modul 4: 02. – 03.12.2027, Präsenz im Institut, Am Treptower Park 17, 12435 Berlin

 

Donnerstags: 10:00 – 17:00 Uhr

Freitags: 09:00 – 16:00 Uhr

Das Format

  PRÄSENZ  

Präsenz in Berlin

Zwei Tage zu Beginn und zwei Tage zum Abschluss, in unseren Räumen am Treptower Park.

 

In der Präsenz erarbeiten wir die Grundlagen, erproben die Interventionen gemeinsam und bringen am Ende zusammen, was Sie in Ihrer Praxis erfahren haben. Eine feste Gruppe von höchstens 16 Psychotherapeut*innen, in der Sie mit Ihren Fragen und Fällen gesehen werden.

  ONLINE  

Vertiefung online

Zwischen den Präsenzblöcken zwei einzelne Fortbildungstage, jeweils an einem Freitag, live und interaktiv. Sie vertiefen Charakterstärken und Selbstmitgefühl und tragen das Gelernte unmittelbar in Ihre Arbeit mit Klient*innen. Lernpartnerschaften begleiten Sie über die gesamte Fortbildung.

Auf einen Blick

Umfang:

Sechs Fortbildungstage: zwei Präsenztage, zwei Online-Tage, zwei Präsenztage

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Ort:

DGPP Seminarzentrum, Am Treptower Park 17, 12435 Berlin, und online


Gruppengröße:

Höchstens 16 Teilnehmende

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Fortbildungspunkte:

Werden bei der Psychotherapeutenkammer Berlin beantragt

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Investition:

1.690 €

Psychotherapeut*innen in Aus- und Weiterbildung fragen uns gerne nach Möglichkeiten der Unterstützung.

Für wen lohnt sich die Fortbildung existenzielle Ressourcenorientierung?

Die Fortbildung richtet sich an Menschen, die psychotherapeutisch arbeiten und ihren Klient*innen von Anfang an mehr anbieten wollen als die Linderung von Symptomen:

 

  • approbierte Psychologische Psychotherapeut*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und ärztliche Psychotherapeut*innen aller Verfahren,

  • Psychotherapeut*innen in Aus- und Weiterbildung, die ihre therapeutische Haltung von Beginn an ressourcenorientiert prägen wollen,

  • Therapeut*innen, die Stärken und Sinn ihrer Klient*innen bislang eher intuitiv ansprechen und dafür ein fundiertes Handwerkszeug suchen,

  • Kolleg*innen, die in Klinik oder Praxis mit Menschen arbeiten, deren Leben nach einer Erkrankung wieder Richtung und Gewicht bekommen soll,

  • und alle, die in ihrer eigenen Arbeit wieder stärker spüren wollen, was sie selbst trägt.

Ablauf

Die Fortbildung lässt sich wie die Entdeckung verschiedener Länder verstehen, die aneinander grenzen und manchmal ein gemeinsames Gebiet teilen. Sie beginnt bei der Frage, was ein erfülltes Leben ausmacht und welche Rolle positive Emotionen dabei spielen, führt über die Charakterstärken zu der Beziehung, die ein Mensch zu sich selbst hat, und hält dabei durchgängig zwei Fragen offen:

Was gibt diesem Leben Sinn, und wie lässt es sich daraus gestalten? Lebenssinn und Lebensgestaltung sind kein eigenes Modul, sie ziehen sich als roter Faden durch alle vier.

PRÄSENZ BERLIN

Modul 1: Positive Emotionalität & das erfüllte Leben (2 Tage)

Was macht einen Tag wirklich lebenswert? Mit dieser Frage beginnt die Fortbildung, und sie führt mitten hinein in eines der folgenreichsten Modelle der Gesundheitsforschung: Corey Keyes' Erkenntnis, dass psychische Erkrankung und psychische Gesundheit zwei verschiedene Dimensionen sind. Sie lernen, was das für Therapieziele bedeutet und warum Menschen, die nach einer Therapie symptomfrei sind, noch lange nicht aufblühen. Von dort aus wenden wir uns den positiven Emotionen zu: Barbara Fredricksons Forschung zeigt, wie sie den Blick weiten, Aufwärtsspiralen anstoßen und welche Kraft in Momenten geteilter positiver Emotion zwischen Therapeut:in und Klient:in liegt. Sie erleben diese Wirkung in der Gruppe selbst, bevor Sie sie in Ihre Arbeit tragen. Am Ende der beiden Tage haben Sie eine klare Vorstellung davon, was existenzielle Ressourcenorientierung in Ihrer Praxis verändern kann, und Sie haben eine Klientin oder einen Klienten gewählt, mit der oder dem Sie den Weg durch die Fortbildung gehen.

ONLINE

Modul 2: Charakterstärken: Wer bin ich im Kern? (ein Freitag)

Was macht einen Menschen aus, jenseits seiner Diagnose? ICD und DSM beschreiben präzise, was fehlt. Die VIA-Klassifikation der Charakterstärken gibt Ihnen die zweite Brille dazu: ein wissenschaftlich fundiertes Vokabular für das, was einen Menschen trägt und auszeichnet. Sie lernen, Stärken zu erkennen, auch dort, wo Klient:innen sie selbst längst aus dem Blick verloren haben, etwa mitten in der Krankheitsgeschichte. Sie verstehen, warum eine Stärke im Übermaß zum Problem wird, und wie Sie das im Gespräch nutzbar machen. Und Sie erproben, wie sich Stärken als innere Anteile erleben und in die therapeutische Arbeit holen lassen, mit Metaphern, Imagination und Dialog. Charakterstärken sind die einzigen Ressourcen, die jeder Mensch hat, die sich nie erschöpfen und immer zur Verfügung stehen. Nach diesen zwei Tagen wissen Sie, wie Sie sie finden und ins Spiel bringen.

ONLINE

Modul 3: Selbstmitgefühl: sich selbst Verbündete*r sein (ein Freitag)

Was sagen Menschen zu sich selbst, wenn es schwierig wird? Für viele Klient:innen folgt das innere Gespräch anderen Regeln als das Gespräch mit einer guten Freundin. Kristin Neffs Forschung zum Selbstmitgefühl setzt genau dort an, und Paul Gilbert hat aus klinischer Beobachtung beschrieben, warum veränderte Gedanken oft nicht reichen, solange der Ton der inneren Stimme hart bleibt. Sie lernen die drei Komponenten des Selbstmitgefühls kennen, Achtsamkeit, gemeinsame Menschlichkeit und Selbstfreundlichkeit, und erfahren, wie sich mit ihnen Scham und Selbstkritik bearbeiten lassen. Sie erproben Interventionen, die in weniger als einer Minute greifen und sich unmittelbar in die Praxis übertragen lassen. Und Sie entdecken, warum Selbstmitgefühl die Haltung ist, in der ein Mensch seine Stärken überhaupt annehmen und seinem Leben eine Richtung geben kann. Wer sich selbst Verbündete:r ist, hat zu jedem Zeitpunkt einen Freund an der Seite.

PRÄSENZ BERLIN

Modul 4: Lebenssinn und Lebensgestaltung (2 Tage)

Nicht die Frage nach dem Sinn des Lebens ist die drängendste. Drängender ist die persönlichere: Was ist mein Weg, und macht es einen Unterschied, dass es mich gibt? Im Abschlussmodul kommt zusammen, was sich durch die ganze Fortbildung gezogen hat. Mit Tatjana Schnells Forschung lernen Sie, Sinnerfüllung, Sinnkrise und existenzielle Indifferenz zu unterscheiden, und verstehen, warum gerade der Zustand ohne Leidensdruck therapeutisch die größte Herausforderung ist. Sie erfahren, welche Sinnquellen Menschen tragen und wie sich Sinn im Gespräch erschließen lässt, auch unter schwierigen Bedingungen. Dann richtet sich der Blick nach vorn: Was unterscheidet Optimismus, der handeln lässt, von Zukunftsfantasien, die Energie kosten? Wie werden Zukunftsbilder zu konkreten Schritten? Und was weiß die Forschung darüber, dass Menschen auch an positiven Erfahrungen wachsen? Sie bringen Ihre Fälle mit, wir schauen gemeinsam auf Grenzen und Kritik, und Sie verlassen die beiden Tage mit einem Handwerkszeug, das in Ihr eigenes Verfahren passt.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Für die Teilnahme an der Fortbildung gelten zwei Voraussetzungen:

 

Approbation als Psychologische*r Psychotherapeut*in, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*in oder ärztliche*r Psychotherapeut*in, oder eine laufende psychotherapeutische Aus- oder Weiterbildung.
Die Bereitschaft, psychologische Interventionen an sich selbst zu erproben, offen darüber zu sprechen und das Gelernte zwischen den Modulen in die eigene Arbeit mit Klient*innen zu tragen.

 

Vorkenntnisse in Positiver Psychologie sind nicht erforderlich. Die Fortbildung ist keine Psychotherapie und keine Supervision.

Häufige Fragen zur existenziellen Ressourcenorientierung

Was diese Fortbildung einzigartig macht

Die zweite Dimension der Gesundheit

Sie lernen, neben der Linderung von Symptomen das Aufblühen Ihrer Klient*innen zum Therapieziel zu machen, von der ersten Sitzung an und auf wissenschaftlicher Grundlage.

Verfahrensübergreifend

Existenzielle Ressourcenorientierung setzt bei den allgemeinen Wirkfaktoren an. Sie passt in Ihre Arbeit, gleich ob Sie verhaltenstherapeutisch, tiefenpsychologisch oder systemisch arbeiten.

Zuerst an sich selbst

Jede Intervention erproben Sie zuerst an sich. So spüren Sie, was sie bewirkt und wo ihre Grenzen liegen, und Sie nehmen für Ihren eigenen Berufsalltag mit, was Sie selbst trägt. In einem Beruf, der so viel von Ihnen verlangt, ist das mehr als ein Nebeneffekt.

Transfer in die Praxis

Zwischen den Modulen tragen Sie das Gelernte in Ihre Arbeit mit Klient*innen und bringen Ihre Erfahrungen zurück in die Gruppe. Lernpartnerschaften begleiten Sie dabei, wenn Sie das möchten.

Kleine Gruppe, persönliche Begleitung

Höchstens 16 Teilnehmende. Prof. Dr. Judith Mangelsdorf leitet die Fortbildung, führt Sie persönlich durch alle Module und ist für Ihre fachlichen und persönlichen Fragen da.

Von der DGPP entwickelt

Die Deutsche Gesellschaft für Positive Psychologie bringt die Positive Psychologie seit über einem Jahrzehnt in Ausbildung, Forschung und Praxis. Diese Fortbildung ist unser erstes Format, das ganz der Psychotherapie gewidmet ist.

Ausbildungsleitung

Prof. Dr. Judith Mangelsdorf

Judith Mangelsdorf ist Professorin für Positive Psychologie und Gründerin der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie. Sie forscht zu Wachstum und Wohlbefinden und lehrt Positive Psychologie seit vielen Jahren in Ausbildungen, im Hochschulstudium und in der psychotherapeutischen Fortbildung, unter anderem bei den Lindauer Psychotherapiewochen. Mit dieser Fortbildung bringt sie das Wissen der Positiven Psychologie dorthin, wo es im therapeutischen Alltag gebraucht wird: in das Gespräch mit dem Menschen, der Ihnen gegenübersitzt. 

Bereit für den nächsten Schritt?

Jetzt anmelden: Ihre Anmeldung können Sie hier im Formular vornehmen. Wir bestätigen Ihren Platz und schicken Ihnen alle Unterlagen.

 

Fragen? Gern rufen wir Sie zurück und beantworten Ihre Fragen zur Fortbildung persönlich.

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→  Kontakt

Rechnungsadresse
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