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5 Konflikte, die jedem Paar begegnen … und wie die Liebe daran wachsen kann


Environmental Psychology, Steg, de Groot, make hope happen

„Die ersten drei Minuten eines Streits entscheiden über den Ton für den Rest des Gesprächs.“ (S. 374) Daher ist es bei Konflikten in Paarbeziehungen hilfreich, einen „weichen“ Einstieg in ein schwieriges Gespräch zu finden. Denn die Forschung der beiden Beziehungsexperten John und Julie Gottman zeigt: In 97 % aller Fälle endet ein Konflikt so, wie er anfängt.


In ihrem aktuellen Bestseller geht das Paar, das unter anderem mit seinen Beobachtungsstudien im „Love Lab“ bekannt geworden ist, der Frage nach, wie eine gelingende Streitkultur zu einem tieferen Miteinander und mehr Beziehungsqualität führen kann.

 

Das Buch gliedert sich in 5 Konflikte, die laut den Gottmans in vielen Beziehungen auftreten und daher als universell betrachtet werden können. In deren Zentrum steht jeweils ein Fehler, der häufig Eskalation bedingt:

 

1.     Die Bombe mit dem Fehler „Falsch anfangen“

2.     Die Flut mit dem Fehler „Angreifen, abwehren, sich zurückziehen“

3.     Die Untiefe mit dem Fehler „Nur die Oberfläche streifen“

4.     Die Pattsituation mit dem Fehler „Konkurrieren, um zu gewinnen“

5.     Die Kluft mit dem Fehler „Über den Konflikt brüten“

 

Auseinandersetzungen können drei verschiedene „Konfliktstile“ zu Grunde liegen, die jeweils auf einem Spektrum angeordnet sind. So zeigen wir im Konflikt möglicherweise eine Tendenz – wir können vermeidend, validierend oder impulsiv agieren. Das muss aber nicht per se negativ sein.

John und Julie Gottman halten ein Plädoyer für den Streit, für die Hinwendung zu Triggern und Unterschieden unter Berücksichtigung von Spielregeln wie einem weichen Einstieg, dem Äußern von Bedürfnissen, physischer Unterbrechung der Situation, wenn diese zu eskalieren droht, oder auch dem gemeinsamen Erarbeiten einer „Kurskorrektur“.


Außerdem stellen die beiden fest: „Konflikte laufen nicht immer in einer Linie von einem weichen Einstieg über die Träume zur Kurskorrektur. Sie können diese Phasen mehrere Male zyklisch durchlaufen.“ (S. 367)

Eine persönliche Methode von John und Julie Gottman, die seit Jahren verheiratet sind, ist es, mit „Träumen“ in Konflikten zu arbeiten – und zwar dann, wenn unterschiedliche Wünsche oder Bedürfnisse aufeinanderprallen. Dabei teilen sich Paare in zwei Rollen auf: eine zuhörende und möglichst mitfühlende Rolle, und eine erzählende, möglichst lebendige Rolle. Der/die Zuhörer*in stellt dann vorgegebene Fragen wie: „Welche Gefühle hast du in Bezug auf dieses Thema?“, oder: „Wenn du einen Zauberstab hättest, (…) wie würde das dann aussehen?“ (S. 246) Die Traum-Methode funktioniert, weil sie Empathie und Offenheit für die Erfahrung des Gegenübers fördert. „Sie bietet beiden Partnern einen ruhigen, geschützten Raum, um herauszufinden, wie ihr tiefer Traum oder ihre tiefe innere Angst aussieht...“ (S. 246)

 

Gegen Ende widmen sich die Autoren einer Kurzanleitung, wie „gutes Streiten“ möglich werden kann. Hierunter fallen Strategien der Selbstregulation sowie Methoden der wertschätzenden Kommunikation, wie das Äußern von Emotionen und Bedürfnissen.

So fassen die beiden zusammen: „Ewige Liebe ist kein Märchen, sondern das Ergebnis guter Gespräche.“




Titel:

5 Konflikte, die jedem Paar begegnen … und wie die Liebe daran wachsen kann

Autor*innen:

Julie Schwartz Gottman und John M. Gottman

ISBN:

978-3-86493-234-2


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