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Der Weg zu mehr Sinn im Leben: 10 neue Erkenntnisse der Sinnforschung

Aktualisiert: 31. Mai 2023


Der Weg zu mehr Sinn im Leben: 10 neue  Erkenntnisse der Sinnforschung

Man kann schlechterdings nicht sinnvoll über das Wohlbefinden des Einzelnen nachdenken, ohne die Folgen der Covid-19-Pandemie, die globalen Entwicklungen wie Klimawandel sowie das Artensterben und die Zuspitzung der politischen Krisen in der Welt zu berücksichtigen.

 

Das Greater Good Magazine hat verschiedene internationale Studien mit Schwerpunkt auf dem Jahr 2022 zusammengefasst, die eine Antwort darauf zu geben suchen, wie es unter den aktuellen Bedingungen möglich ist, ein gelingendes und sinnvolles Leben zu führen.


1. Die Wertschätzung alltäglicher positiver Erfahrungen

Einmal mehr haben verschiedene Untersuchungen bestätigt, welchen nachhaltigen Einfluss es auf unser Wohlbefinden hat, wenn es uns gelingt, den jeweiligen Augenblick zu genießen. Präsent zu sein im Moment ist damit ein entscheidender Schlüssel nicht nur für Wohlbefinden, sondern auch das Erleben von Sinn. Das kann beispielsweise beim Betrachten eines Gemäldes oder beim Aufenthalt in der Natur geschehen. Hier kommt es darauf an, den Eindruck auf uns wirken zu lassen, den Moment bewusst zu genießen und zu erinnern. Das erfordert oftmals nur einige Sekunden mehr, um vom spontanen Anschauen zu einer positiven Erfahrung zu gelangen.


2. Akzeptanz unangenehmer Gefühle

Leid ist Schmerz mal Widerstand. Je mehr es uns gelingt Stress, Nervosität und Unbehagen nicht mit Widerstand zu begegnen, sondern die Situation bewusst anzunehmen, desto besser ist unser Umgang mit ihnen. Verschiedenen Studien haben gezeigt, dass wir Gewinn auch daraus erzielen können, dass wir Akzeptanz praktizieren. Das kann uns helfen, nicht nur die damit verbundenen Probleme zu lösen, sondern auch dazu beitragen, dass wir solche Situationen als bereichernd empfinden bzw. erleben und Sinn aus ihnen schöpfen können.


3. Veränderung unserer Persönlichkeit während der Pandemie

Untersuchungen von Probanden nach den Lockdowns in der Pandemie haben den Nachweis erbracht, dass sich ihre Persönlichkeit verändert hat. Viele haben sich von anderen Menschen zurückgezogen. Die Bereitschaft nach Neuem zu suchen hat abgenommen. Unser Mitgefühl wurde beeinträchtigt. Die Motivation, neue Ziele ins Auge zu fassen und Verantwortung zu übernehmen, ist gesunken. Es gilt zu erkennen, ob das auch bei uns der Fall ist, und zielgerichtet daran zu arbeiten, diese Einschränkungen abzubauen und zurückzukehren zu dem Umgang mit der Welt, den wir vor der Pandemie gepflegt haben.


4. Höheres Wohlbefinden nach psychischen Problemen

Verschiedene Studien haben dargelegt, dass die Überwindung psychischer Probleme nicht nur eine Genesung, sondern auch ein gesteigertes Wohlbefinden bedeuten kann. Die entsprechenden Forschungsergebnisse ermutigen uns, nach der Bewältigung psychischer Herausforderungen mit neuer Energie nach Glück, Sinn und Wohlbefinden zu streben.


5. Unterschätzung der Kraft der Freundlichkeit

Es ist auch für den hier behandelten Zeitraum nachgewiesen worden, dass wir für unser eigenes Wohlbefinden profitieren, wenn wir zu anderen Menschen freundlich, offen und zuvorkommend sind. Studien aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass die Kraft der Freundlichkeit sogar unterschätzt wurde. Freundlichkeit ist nicht nur gut für unseren eigenen Körper – sie verleiht den Menschen ein höheres Selbstvertrauen, mehr Kompetenz und ein größeres Sinngefühl.


6. Ehrfurcht verbindet stärker mit der globalen Gemeinschaft

Weltweiten Schwierigkeiten wie beispielsweise Armut und Klimawandel begegnen zu können, ist herausfordernd vor dem Hintergrund, dass es für Einzelpersonen häufig schwierig ist, über die eigenen Probleme und Sorgen hinauszudenken und sich als Teil einer weltweiten Bewegung zu begreifen. Studien aus der jüngsten Vergangenheit deuten darauf hin, dass es dafür hilfreich sein kann, Ehrfurcht oder Staunen zu erleben. Wenn wir in der Gegenwart von Dingen, die größer sind als wir selbst, ein Gefühl des Staunens verspüren, erweitern wir unseren Kreis der Fürsorge und werden eher zu Weltbürgern.


7. Junge Menschen von heute werden nicht egoistischer

Der heutigen Jugend wird oftmals vorschnell unterstellt, dass sie egoistischer sei als ihre Altvorderen. Dazu im Gegensatz fanden Forscher nun heraus, dass jüngere Generationen weniger egoistisch und kooperativer sind als ältere Generationen. Mit Blick auf die oben genannten Zukunftsaufgaben stimmt das optimistisch.


8. Kollektives Handeln hilft gegen deprimierende Klimaangst junger Menschen

Einzelaktivitäten junger Menschen gegen den Klimawandel erscheinen wie der Kampf gegen Windmühlen und wenig erfolgversprechend. Ein fruchtbarer Weg sind dagegen kollektive Maßnahmen. Forscher haben festgestellt, dass gemeinsames Handeln Gefühle der Verzweiflung und Hilflosigkeit bekämpfen und Gefühle der Hoffnung fördern kann. Gemeinsames Handeln bringt auch Gemeinschaftsverbund und soziale Unterstützung mit sich. Das steigert zusätzlich Gesundheit und Wohlbefinden.


9. Fehlinformationen können gestoppt werden

Sogenannte „Fake News“ stellen ein Problem für Jugendliche dar, die sich in unserer komplexen Welt orientieren wollen. Mehrere Studien haben sich in jüngster Zeit damit befasst, wie man solche Falschinformationen erkennen kann. Ein wichtiger Weg besteht darin, unsere „Informationsblase“ regelmäßig zu verlassen und Informationen aus verschiedenen Quellen einzuholen. Zusätzlich wird empfohlen nach Informationen auf den jeweiligen Webseiten zu suchen, die Aufschluss darüber geben, ob die betreffenden Inhalte von unabhängigen Faktenprüfern bearbeitet und bewertet wurden.


10. Umverteilung von Reichtum kann Glück steigern

Nun ist Umverteilung von Reichtum ein kompliziertes gesellschaftliches Problem und nicht einfach zu bewerkstelligen. Nichtdestotrotz zeigen Untersuchungen, dass die Umverteilung von Geld dazu beitragen kann, das Wohlergehen von Menschen zu erhöhen. Das betrifft sowohl diejenigen, die entsprechende Beträge zur Verfügung stellen, als auch diejenigen, die finanzielle Mittel erhalten.


Nun sind diese Erkenntnisse kein Allheilmittel. Sie helfen uns aber, die aktuelle Situation besser zu verstehen, und regen uns an, weiter über diese Thesen nachzudenken. Damit erweitern wir nicht nur unser Wissen, sondern stärken vielleicht auch unser Wohlbefinden. Quelle:

https://greatergood.berkeley.edu/article/item/the_top_10_insights_from_the_science_of_a_meaningful_life_in_2022

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