Solitude: The Science and Power of Being Alone
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Was, wenn Alleinsein nicht das Gegenteil von Verbundenheit ist, sondern eine eigene Form davon – zu sich selbst? Und warum verbringen wir im Schnitt ein Drittel unseres wachen Lebens allein, ohne je gelernt zu haben, diese Zeit wirklich zu nutzen?
Diesen Fragen gehen Netta Weinstein, Heather Hansen und Thuy-vy T. Nguyen in ihrem Buch Solitude: The Science and Power of Being Alone nach.
In der Praxis sind vor allem drei Aspekte des Buches relevant. Erstens geht es um die grundlegende Neurahmung von Alleinsein selbst: Solitude wird in der Einleitung des Buches nicht als Mangel, sondern als „a chosen place, a zone of truth, sincerity, independence, and intimacy“ beschrieben – ein Ort also, an dem wir uns unseren Werten und Gefühlen am unmittelbarsten annähern können.
Zweitens widmet sich ein zentrales Kapitel ausführlich der Rolle von Wahlfreiheit und Autonomie. In der Positiven Psychologie geht dies einher mit dem Konzept der Selbstbestimmung und schließt unmittelbar an die im Blogbeitrag vorgestellte Forschung zu Positive Solitude an: Nicht das Alleinsein an sich, sondern das Gefühl, es selbst gewählt zu haben, entscheidet über seine Wirkung.
Drittens adressiert ein weiteres Kapitel Solitude explizit als trainierbare Fähigkeit statt als feste Persönlichkeitseigenschaft und liefert damit eine Perspektive, die sich unmittelbar in Coaching- und Trainingsformate übersetzen lässt, etwa entlang des Drei-Ebenen-Modells (Haltung, Handlung, Habituation) aus unserem Blog-Artikel.
Bemerkenswert ist zudem der empirische Unterbau. Die Autorinnen stützen sich auf Daten aus tausenden Interviews und Studien aus ihrem eigenen Solitude Lab.
Das Buch eignet sich für alle, die in ihrer Praxis mit Menschen arbeiten, die Alleinsein entweder meiden oder sich dafür rechtfertigen müssen. Die Zielgruppe reicht von Coachees mit Rückzugstendenzen bis zu Klient*innen im Übergang in ein Leben allein.
Zu den Autorinnen: Netta Weinstein ist Professorin für Psychologie an der Durham University und leitet dort das ERC-Projekt „Solitude: Alone but Resilient“ (SOAR); ihre Forschung gilt Motivation und Wohlbefinden.
Thuy-vy T. Nguyen leitet an derselben Universität das Solitude Lab und zählt zu den Pionierinnen der experimentellen Solitude-Forschung.
Heather Hansen komplettiert das Trio als Wissenschaftsjournalistin und sorgt für die erzählerische Zugänglichkeit des Buches.
Titel: Solitude – The Science and Power of Being Alone
Autor*innen: Netta Weinstein, Heather Hansen und Thuy-vy T. Nguyen
ISBN: 978-1009256612




