Die Lebenszufriedenheit in Deutschland ist messbar gestiegen

Die Lebenszufriedenheit in Deutschland 2016 auf einem Höchstwert

 

Die subjektive Lebenszufriedenheit ist in Deutschland im Jahre 2016 auf einen Höchstwert von 7,11 Punkten (maximal 10) gestiegen. Zuletzt wurde dieser Wert hier-zulande 2001 erreicht. Diese Entwicklung korrespondiert mit dem positiven Trend in Europa. Laut Eurobarometer für 2015 bewerteten die Europäer ihre Zufriedenheit mit 6,7 Punkten 0,2 Punkte höher als im vorangegangenen Jahr. Deutschland verbessert sich auch im europäischen Rahmen und belegte 2015 vor Belgien und hinter Malta den neunten Platz, nach dem 10. Platz in 2014.

Lebenszufriedenheit in Europa.pdf
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Den Ausschlag für die diesjährige Steigerung in der Bun-desrepublik geben die Westdeutschen. Ihre Lebenszu-friedenheit stieg auf 7,16 (nach 7,05 in 2015).

Zehn "Glückstreiber" und zehn "Glückshem-mer"

Die Befragten wurden gebeten, zehn „Glückstreiber“ und zehn „Glückshemmer“ entsprechend ihrer jeweiligen Be-deutung für den Betroffenen von 0 bis 10 zu bewerten. Daraus ergibt sich die folgende Reihenfolge:

Gllückstreiber und -hemmer.pdf
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Lebenszufriedenheit im Osten gefallen

Die Ostdeutschen sind geringfügig unglücklicher gewor-den und behaupten 6,88 Punkte (6,90 in 2015). Damit hat sich der Abstand zwischen Ost und West beim Glücks-empfinden auf 0,28 Punkte vergrößert. 2015 waren es nur 0,15 Punkte. Die objektiven Wirtschaftsdaten erklären diesen Rückgang nicht, da sich das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und auch die Arbeitslosenquote im Osten zuletzt stärker verbesserten als im Westen.

Vergleich Deutschland.pdf
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Angaben für Hamburg und Berlin

Neben diesen Aussagen für ganz Deutschland wurde auch ein Ranking für das subjektive Wohlbefinden in den Regionen entwickelt. Spitzenreiter unter den 19 Regionen bleibt wie oben gesehen 2016 schon zum vierten Mal hintereinander Schleswig-Holstein. Hamburg, das 2011 Nummer eins war, ist inzwischen auf dem sechsten Rang abgerutscht. Berlin belegt Rang 16. Hier detaillierte Aussagen zu beiden Städten:

Hamburg.pdf
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Berlin.pdf
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Schwerpunktthema kulturelle Vielfalt

Schwerpunktthema des Glücksatlas 2016 war die "kultu-relle Vielfalt" und ihr Verhältnis zur Lebenszufriedenheit. In einer repräsentativen Umfrage wurde untersucht, wie offen und tolerant die Deutschen gegenüber der kulturellen Vielfalt im Land sind und welchen Einfluss diese auf ihre persönliche Lebenszufriedenheit hat.

Diese Ergebnisse sind hinsichtlich der aktuellen Debatte über Zuwanderung von besonderem Gewicht. Eine klare Mehrheit von 75 Prozent der Befragten hält Deutschland für ein weltoffenes und tolerantes Land. Nur 19 Prozent haben dazu eine andere Auffassung.

Weltoffenes Deutschland.pdf
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Toleranz erhöht die Lebenszufriedenheit

Vergleicht man man nun die Befragten danach, wie zu-frieden sie einerseits mit ihrem Leben sind und wie tole-rant sie andererseits sind so ergeben die erhobenen Da-ten eine klare Beziehung: Je toleranter ein Mensch ist, desto zufriedener ist er mit seinem Leben.

Im Vergleich zu der stark dominierenden Gruppe der tole-ranten Menschen ist die Gruppe der "wenig Toleranten" relativ klein. Sie umfasst nur 16 Prozent der Befragten.

Toleranz und Lebenszufriedenheit.pdf
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Einwanderung, Vielfältigkeit und Lebens-zufriedenheit

Obwohl 65 Prozent der Deutschen Einwanderung als persönliche Bereicherung ansehen, fällt das Urteil über den tatsächlichen Status quo der Integration deutlich nüchterner aus. Nur 51 % meinen, dass das Zusammen-leben mit Menschen aus unterschiedlichen Herkunftslän-dern generell funktioniert hat. 44 Prozent sehen das nicht so. Im Osten sind sogar 58 Prozent dieser Auffassung.

Generell sind die Menschen in Ostdeutschland skepti-scher als die im Westen des Landes. Während es im Westen 70 Prozent der Menschen gut finden, dass Deutschland durch die Einwanderung vielfältiger wird, sind im Osten nur 56 Prozent dieser Ansicht.

Eine Schlüsselerklärung für diese Diskrepanz ist sicherlich der persönliche Kontakt. 88 Prozent der Westdeutschen haben angegeben, persönlichen Kontakt zu Menschen zu haben, die nicht in Deutschland geboren wurden. Bei den Ostdeutschen haben das 62 Prozent vermerkt. Es zeigt sich deutlich, dass mehr Kontakt auch zu einer toleranten Haltung beiträgt.

Bewertung des Zusammenlebens.pdf
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