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Between Us: How Cultures Create Emotions


Environmental Psychology, Steg, de Groot, make hope happen

Stellen Sie sich einmal vor, Sie werden wütend. Das beißende Gefühl von Ärger, Ungerechtigkeit, Frustration und/oder Scham entsteht. „Wut“ ist psychologisch gut erforscht und gilt als eine von sechs Basisemotionen nach Paul Ekman.


Doch wie verändert sich die Situation, wenn Sie Wut als weiße, US-amerikanische Frau äußern? Oder aber als älterer People of Color? Oder als praktizierender Buddhist? Wie verändert sich ihr Handlungsspielraum? Und welche Konsequenz hat das für die Außenwahrnehmung? Werden Sie als „überempfindlich“, „hysterisch“, „gelassen“ oder „angry black man“ wahrgenommen?

 

Das Buch „Between Us: How Cultures Create Emotions“ beleuchtet, wie unsere Emotionen durch die kulturellen Umfelder geprägt werden, in denen wir leben. Mesquita argumentiert, dass Emotionen nicht überall gleich sind, sondern durch kulturelle Unterschiede in ihrer Entstehung und Ausdrucksweise beeinflusst werden. Sie führt den Begriff der „emotionalen Akzente“ ein, um zu erklären, wie verschiedene Kulturen Emotionen unterschiedlich ausdrücken und erleben.

Ein Beispiel dafür ist, wie in westlichen Kulturen Glück oft mit individuellem Erfolg und persönlicher Erfüllung verbunden wird, während in Japan Glück eher mit Gruppenharmonie und sozialem Zusammenhalt assoziiert ist. Während westliche Menschen ihre Freude durch lautes Lachen und ein breites Lächeln zeigen, äußern Japaner*innen ihre Freude eher subtil durch ein bescheidenes Lächeln oder ein Nicken​.


Mesquita betont die Wichtigkeit von kulturellen, sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen: „We can not understand the emotions of others unless we try to adopt their frame of reference […]. Stated differently, we can only understand their emotions when we understand them as OURS – following them OUTside, rather than INside.” (S. 193)


Die Autorin hinterfragt die traditionelle Vorstellung von universellen Basisemotionen und zeigt anhand von Fallstudien und Forschungsergebnissen, dass Emotionen je nach kulturellem Kontext variieren. Dies bedeutet, dass unsere Gefühle nicht festgelegt oder überall gleich sind, sondern sich je nach Umgebung und sozialen Interaktionen verändern. Sie plädiert dafür, dass Empathie allein nicht ausreicht, um interkulturelle Kompetenz auszubilden, sondern nur mit echter Perspektivübernahme und unter Berücksichtigung der Umwelt gelingen kann: „Just imagining how you would feel in a similar situation will not do the job. If you tried, you would almost certainly make sense of a given situation in a way that fits your culture’s values and relationship goals.” (S. 195)

Mesquita identifiziert Resonanz als Strategie, um kulturell zugeschriebene Bedeutungen wertfrei zu überbrücken.


Zum Hintergrund der Autorin:

Batja Mesquita ist Sozialpsychologin und hat sich auf die Untersuchung von Emotionen und deren kulturelle Unterschiede spezialisiert. Geboren und aufgewachsen in den Niederlanden promovierte sie in Sozialpsychologie und ist heute Direktorin des Zentrums für Sozial- und Kulturpsychologie an der KU Leuven in Belgien. Ihre Forschungsarbeit hat entscheidend dazu beigetragen, das Verständnis darüber zu erweitern, dass Emotionen nicht universell, sondern stark kulturabhängig sind​.


„Between Us“ bietet einen tiefgehenden Einblick in die kulturellen Unterschiede bei der emotionalen Wahrnehmung und Ausdrucksweise. Das Buch ist besonders wertvoll für Personen, die in multikulturellen Umgebungen arbeiten oder sich für interkulturelle Kommunikation interessieren. Mesquitas Arbeit ermutigt dazu, kulturelle Unterschiede zu respektieren, zu verstehen, und nutzbar zu machen.


Titel:

Between Us: How Cultures Create Emotions

Autorin:

Batja Mesquita

ISBN:

978-1-324-07473-1


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