6. Weltkongress für Positive Psychologie

In besonderem Maße vermittelte der 6. Weltkongress viele inspirierende Erkenntnisse darüber, wie Ergebnisse der Forschung auf dem Gebiet der Psychologie, der Physiologie, der Genetik, der Biochemie, Informatik und anderer Wissenschaften zusammengeführt und fruchtbar gemacht werden können, um das Wohlbefinden der Menschen, ihr Streben nach Sinnhaftigkeit und ihre Resilienz zu stärken. All das hängt von vielen Faktoren ab, die die Positive Psychologie kennen und nutzbar machen muss.

 

Als Zweites ist hervorhebenswert, dass der Kongress darüber hinaus Anhänger der PP aus einer wachsenden Zahl von Ländern in diesen Gedankenaustausch einbezog, die in ihren Ländern bis vor kurzem aus unterschiedlichsten Gründen um die Anerkennung des wissenschaftlichen Werts der Psychologie im Allgemeinen und der Positiven Psychologie im Besonderen gerungen haben und auch heute noch ringen. Eine zentrale Erkenntnis dieser Frauen und Männer besteht darin, dass die PP konkrete Resultate für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit ihrer Landsleute bringt und nicht eine westliche psychologische Erfindung ist. Positive Psychologie wird offensichtlich in einigen Regionen nach wie vor noch als geistiges Produkt eines US-amerikanisches Weltverständnisses angesehen.

 

Drittens wurde auf dem Kongress im Jahr 2019 sichtbar, dass nach den Gründervätern der Positiven Psychologie nun eine neue Generation von Frauen und Männern bereitsteht, die dieses große wissenschaftliche und humanistische Projekt fortführen wollen.

 

Als neue Präsidentin der IPPA für den Zeitraum von 2019 bis 2021 wurde Dr. Judith Moskowitz gewählt. Sie ist Professorin für medizinische Sozialwissenschaften und Forschungsdirektorin am Osher Center für integrative Medizin an der Northwestern University in Chicago. Sie ist ausgebildete Sozialpsychologin und forscht seit 20 Jahren über die adaptive Rolle positiver Emotionen im Zusammenhang mit schwerwiegenden Krankheiten oder anderem Lebensstress.

 

Ihre designierte Nachfolgerin für die Präsidentschaft nach 2021 ist Dr. Meike Bartels. Sie ist Professorin für Genetik und Wohlbefinden am Institut für Biologische Psychologie der Vrije Universität Amsterdam. Im Laufe ihrer Forschungen stellte sie fest, dass die Mehrheit der Menschen ihr ganzes Leben lang frei ist von krankhaften Veränderungen des Seelenlebens. Dr. Bartels steht dafür, dass das Gesundheitssystem mit Schwerpunkt auf positive Aspekte erweitert wird, so dass nicht mehr nur dazu beigetragen werden soll, Kranke zu heilen, sondern auch das allgemeine Glück zu steigern.

 

Sowohl die Tatsache, dass die beiden Präsidentinnen Frauen sind, als auch die Inhalte ihrer Forschungsfelder, sind Programm.

 

Wir werden sehen, welche Fortschritte die Positive Psychologie bis zu ihrem nächsten Weltkongress vom 15.-18. Juli 2021 in Vancouver, Kanada, macht.

 

G.M.

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