7 Typen von wirksamen Interventionen der Positiven Psychologie

Mit der Entwicklung der Positiven Psychologie ist auch die Zahl von Interventionen, die sich auf diesen Zweig der psychologischen Wissenschaft stützen, von Jahr zu Jahr angewachsen. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von wissenschaftlichen Werkzeugen und Strategien, die darauf gerichtet sind, Glück, Wohlbefinden und positive Gedanken sowie Gefühle zu vermehren.

 

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Gefühle des Glücks durch ganz unterschiedliche Kanäle erzeugt und stabilisiert werden können. Wahrnehmungen der Sinne und soziale Kommunikation genauso wie Praktiken der Dankbarkeit und kognitive Transformationen gehören dazu. Alle diese Faktoren werden zusammengenommen und daraus praktische Techniken entwickelt, die dann als Interventionen der Positiven Psychologie eingesetzt werden.

 

Solche Interventionen haben folgende Charakteristika:

  • Sie basieren auf belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und empirischen Daten, die ihre Verlässlichkeit belegen.
  • Sie nutzen eine oder mehrere Bausteine der Positiven Psychologie.
  • Sie sind für die gesamte Lebensspanne nützlich und anwendbar.

Diese Interventionen der Positiven Psychologie lassen sich in sieben Typen einteilen.

 

Als erster Typ sind die Interventionen des Auskostens zu nennen. Sie zielen darauf, Menschen zu befähigen und zu ermutigen, jeden Aspekt der physischen, sensorischen, emotionalen oder sozialen Erfahrung, möglichst intensiv und lange zu spüren. Dabei kann es sich um eine frische Brise am Meer, eine herzliche Umarmung einer Freundin oder eines Freundes, den guten Geschmack eines Getränks oder um die Impression von einer Landschaft handeln. Es geht darum, den jeweiligen Eindruck bewusst wahrzunehmen, ihn möglichst lange festzuhalten und noch nach Wochen und Monaten zu erinnern. Er wird so Teil des Wohlbefindens.

 

Einen zweiten Typen kann man als Dankbarkeits-Interventionen bezeichnen. Dankbarkeit ruft nachhaltige positive Gefühle sowohl in der Person hervor, die sie ausdrückt, als auch in der Person, an die sie sich wendet. Dazu zählen kleine Aufmerksamkeiten an Dritte, kurze Besuche oder andere geeignete Gesten, die Dankbarkeit sichtbar werden lassen. Darüber hinaus kann man Dankbarkeits-Interventionen auch selbstreflexiv einsetzen, das heißt in einem „Dankbarkeitsjournal“ festhalten und sich bewusstmachen, wofür man an einem Tag oder in einer Woche dankbar ist.

 

Ein weiterer Typ von Interventionen sind Verstärker von Freundlichkeit. Viele Studien haben bestätigt, dass Freundlichkeit und Glücksempfinden sich ergänzen und gegenseitig verstärken. Bewusst nett beispielsweise zum Postboten oder einer Postbotin zu sein, ist eine emotionale Bereicherung an diesem Tag für diese Menschen wie für einem selber. Das Argument, dass der oder die nur ihren bezahlten Job machen und dafür keinen besonderen Dank verdienen, vergibt eine Chance für mehr Glücksgefühle gleich für mehrere Personen.

 

Zu einem vierten Typ lassen sich Interventionen des Einfühlungsvermögens zusammenfassen. Dabei geht es darum, durch geeignete Mittel wie Meditationen besser zu lernen oder zu erfahren, sich selber zu mögen und anzunehmen, wie man ist. Auf der anderen Seite gehört zu diesen Interventionen, einfühlsame Beziehungen zu den Menschen im persönlichen wie beruflichen Umfeld zu entwickeln und zu pflegen. Gerade im Beruf ist das nicht einfach, wie jeder weiß, der schon in größeren Teams gearbeitet hat. Hier offen für die beruflichen und privaten Probleme der anderen zu sein, ohne sich aufzudrängen, hilft den anderen und stärkt das eigene Wohlbefinden.

 

Interventionen des Optimismus bilden einen fünften Typ. Ein Beispiel für eine solche Intervention ist der „Stell-Dir-Vor-Test“. Sie sind aufgefordert, aufzuschreiben wo sie sich in den zehn oder zwanzig Jahren sehen. Das scheint einfach zu sein, was es wieder nicht ist. Nichtsdestotrotz stärkt es die eigene optimistische Einstellung. Nun ist nicht jeder von Hause aus ein Optimist. Man kann aber durch solche Interventionen lernen, dass es tatsächlich nur eine Frage der Perspektive ist, ob das Glas halb voll oder halb leer ist.

 

Ein sechster Typ sind Interventionen, zur Entwicklung der eigenen Stärken. Es ist erstaunlich, über wie viele Stärken jeder von uns verfügt, auch wenn man sich selbst vielleicht für ziemlich durchschnittlich hält. Diese Stärken reichen von Neugier und Kreativität über Ausdauer und Mut bis hin zu Humor und Einfühlungsvermögen. Sich dieser eigenen Stärken bewusst zu sein und sie dann zielstrebig zu nutzen, führt nicht nur zu mehr Erfolg im Beruf, sondern auch zu größerer Zufriedenheit im Leben. Verschiedene Tests, die eigenen Stärken kennenzulernen, sind im Internet leicht zugänglich; so unter anderem: https://www.viacharacter.org/character-strengths.

 

Typ Sieben bilden Interventionen, zur Erkenntnis des Lebenssinns. Sie helfen, besser zu verstehen, was wirklich wichtig im Leben ist und warum das so ist. Jemand, der klare Ziele und Erwartungen im Leben hat, verfügt über gute Voraussetzungen, sich glücklich zu fühlen. Nun ist nicht jeder ein Philosoph. Aber für sich zu bestimmen, was man im Leben will, was zählt, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Man kann es aufschreiben oder in Gesprächen mit dem Partner oder der Partnerin bzw. Freund und Freundinnen immer deutlicher zu bestimmen suchen.

 

Nun sind diese Typen der Interventionen der Positiven Psychologie keine Zauberformeln. Erst mit eigenem Engagement und Ausdauer entfalten Sie ihre Wirksamkeit.

 

Quelle:

https://positivepsychology.com/positive-psychology-interventions/

 

G.M.

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